Chorreise vom 27./28. Juni 2015
ins Appenzellerland

Schon lange haben wir uns auf unsere Chorreise ins Appenzellerländli zu Janice und Roger Schwarzenbach gefreut. Für einige wohl etwas früh für einen Samstagmorgen, fuhren wir um 7.33 Uhr in Sissach mit dem Zug Richtung Olten ab. Die Schreiberin war froh, als sie in Gelterkinden sämtliche Kontrollmarken des Kollektivbillets fertig ausgehändigt hatte und demzufolge die Gruppe komplett war.

 

Die Bahnfahrt nach Wald AR dauerte 3 Std. mit dreimaligem Umsteigen. Die Zeit verging im Eiltempo, denn an Gesprächsstoff fehlte es uns nicht. 

Auf der Fahrt mit dem Postauto von St. Gallen nach Kaien konnten wir einen ersten Eindruck von dieser lieblichen Gegend gewinnen. ln Kaien wurden wir von Janice empfangen. Sogar das Postauto liess ein Tü-Ta-To erschallen.

 

Nach einer fachmännischen Inspektion des kleinen Häuschens an der Bushaltestelle führte uns unsere Gastgeberin zu Fuss rauf auf ihr Heimetli. Dort eingetroffen, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Nebst dem wunderschönen Appenzeller-Haus durften wir die grandiose Aussicht auf Hügel und Berge bestaunen. Zudem wurden wir von Roger und Cousine Barbara herzlich willkommen geheissen. Liebevoll dekorierte Tische wurden für uns aufgestellt. Zum Aperitif genossen wir eine wunderbare Holunderbowle mit Tortilla Chips und selbstgemachtem Chutney.

 

Vermutlich wirkte bereits die heilenden Kräfte dieser Gegend auf einige unserer Wanderer, denn schwupps entledigte man sich nebst der Rucksäcke auch der Schuhe. Aber eben, so leicht ist es für einige nicht, barfuss über Steinchen zu gehen! Übung macht den Meister.

 

Neben dem Haus lädt ein grosser Baumstrunk geradezu ein, raufzusteigen um das Programm, Geschichten und Erläuterungen vorzutragen. Zuallererst wurde dies von Janice gemacht. Dann wurde Roger dazu "verknurrt", uns bis 12.00 Uhr über das Warum und Wieso zu berichten, weshalb die Familie Schwarzenbach hier ist. Eine wirklich spannende und faszinierende Geschichte. Nachdem wir zu unseren Wünschen, ob Süüdwurst oder Kräuterwurst befragt wurden, durften wir uns am Salatbuffet gütlich tun. Ja, und jetzt: welche ist wohl jetzt die Süüdwurst, welche die Kräuterwurst, Janice? Trotz grossem Raten - wir wissen es immer noch nicht - genossen wir eine Süüd- oder doch eine Kräuterwurst? Ist ja auch WURST. Gut war's allemal.

 

Nach dem Essen durften wir eine weitere Überraschung erleben: Der bekannte Hackbrett-Spieler Töbi Tobler gesellte sich zu uns.

 

lnzwischen öffnete Petrus jedoch am Himmel die Schleusen. Es geht nichts über eine gute Nachbarschaft: Kurzerhand zügelten wir in die wunderbar ausgebaute Scheune von Judith und Ruedi Rausch. Wir erlebten ein einzigartiges Konzert, angereichert mit Töbi Tobler's witzigen und humorvollen Ausführungen zu seiner Biografie und musikalischen Karriere. Das heftige Gewitter, welches sich draussen entlud, nahmen wir kaum wahr.

 

Just zum Ende dieser tollen Vorführung klarte der Himmel wieder auf. Schnell wurde dieser tolle Raum zu einer Konditorei umfunktioniert. Noch eine Gaumenfreude! Vermutlich hat Janice die ganze Woche gebacken. Nebst verschiedenen leckeren Kuchen haben wir uns über den Appenzeller-Schlorzi-Fladen hergemacht. Mmmmmmhhhhh!

 

Nun heisst es, unsere 1 1/2-stündige Wanderung nach Heiden unter die Füsse zu nehmen, bevor es eventuell wieder nass werden könnte. Wir verabschiedeten uns von all den lieben Nachbarn mit einem Ständeli und packten unsere sieben Sachen. Am nächsten Wegkreuz trafen wir auf Fabienne und Diego Duelli, welche sich auch ein Konzertli gewünscht hatten.

 

Eine wunderbare Aussicht auf die umliegenden Hügel und den Bodensee begleitete uns.Auch ein Gesundheits-Weg durfte nicht fehlen. Also rein ins kühle Nass und kneippen.

 

Angekommen im Hotel Linde in Heiden bezogen wir unsere Zimmer. Einige genossen nach einer erfrischenden Dusche einen Aperitif, andere erkundeten Heiden. Im traumhaften Biedermeier-Saal genossen wir unser Abendessen. Nach dem Hauptgang wurden verschiedene Geschichten vorgelesen.

 

Sonja brachte uns mit einem lustigen Schüleraufsatz zum Schmunzeln. Janice verstand es, uns mit zwei Appenzeller-Geschichten ihre Heimat näher zu bringen. Besonders über das Panama-Gut, bei welchem wir am Nachmittag vorbeiwanderten, wusste sie eine interessante Geschichte. Dann spielten die "Bremer-Stadtmusikanten" auf, wobei einer dieser Musikanten Mühe hatte mit dem angeschlagenen Tempo.

 

Unsere Katrin wusste uns über das Füchslein Foxtrott eine herzige und lustige Geschichte zu erzählen. Klar ist, dass das Gesangliche auch nicht zu kurz kam.

 

Nach und nach rief aber für einige das Bett. Na ja, vielleicht war es die tolle Stimmung oder die gesunde Müdigkeit. Auf alle Fälle übten einige Wenige noch alte Standardtanzschritte.

 

Nach einem grossartigen Frühstücksbuffet bat Janice zur Abrechnungs-Audienz. Jede/Jeder wollte die/der Erste sein. Um 11.00 Uhr brachte uns das Postauto bei strahlendem Sonnenschein nach Trogen. Wieder zog eine bilderbuchähnliche Landschaft an uns vorbei. In Trogen dann ein weiterer Höhepunkt: Frau Traudl Eugster führte uns mit Charme und profundem Wissen durch die Geschichte der Textilfamilien Zellweger, welche Trogen sehr geprägt hatten. Auch durften wir die reichverzierten Innenräume dieser Häuser besichtigen.

 

Nach einem kleinen lmbiss, welcher aus der Chorkasse offeriert wurde, hiess es, die Heimreise unter die Füsse zu nehmen. Mit einem kleinen Biberfladen-Herzli wurden wir herzlich von Janice und Roger verabschiedet. Das Appenzeller-Bähnli brachte uns nach St. Gallen. Um ca. 18.00 Uhr kamen wir etwas müde aber wohlbehalten und reich erfüllt in Sissach an.

 

Liebe Janice, lieber Roger, wir können euch nur nochmals ein ganz grosses DANKESCHÖN verbunden mit einem Zigizagi hoi hoi sagen. Es war ein einmaliges Erlebnis.

 

 

Itingen, 30. Juni 2015

I. Zeller


Fotos von Cécile Weiz und Irene Zeller